Lizenzserver

Ein oder mehrere Lizenzserver kontrollieren — erlauben oder verweigern und protokollieren — die Nutzung der Software auf einem Computer oder im gesamten lokalen Netzwerk.

Lokale Lizenzierung

Die node-locked Lizenzierung wird in der Regel auf dem Computer, der die lizenzierte Software ausführt, von einem lokalen Lizenzserver überprüft.

Der Lizenzserver wird vom lizenzierten Programm automatisch gestartet. Er beendigt sich sobald das Programm endet. Eine spezielle Konfiguration ist nicht notwendig.

Zentrale Lizenzierung

Die floating Lizenzierung wird netzwerkweit von einem oder mehreren Lizenzservern überwacht. Aber auch node-locked Lizenzen können von zentralen Lizenzservern verwaltet werden.

Alle Lizenzserver in einem lokalen Netzwerk sollten Lizenzverzeichnisse mit identischem Inhalt besitzen. Dennoch dürfen die Lizenzverzeichnisse nicht etwa über NFS gebunden sein. Das Web-Interface (Web-Interface) erlaubt die einfache Synchronisation mehrerer Lizenzverzeichnisse.

Master und Slave

Mehrere Lizenzserver in einem lokalen Netzwerk einigen sich auf einen Master-Lizenzserver. Jeder der anderen Lizenzserver, der Slaves, kann sofort die Rolle des Masters übernehmen, sollte dieser ausfallen.

Zu jedem Zeitpunkt müssen mehr als die Hälfte der in einem Lizenzschlüssel referenzierten (System-ID) Lizenzserver laufen.

Konfiguration

Der Lizenzserver kann durch Kommandozeilenargumente konfiguriert werden.

Die Ausgabe von Fehlermeldungen, Warnmeldungen und weiteren Informationen wird mit den Argumenten

-logDestination -|stdout|stderr|syslog|Dateiname

gesteuert. Besitzt der Dateiname eine der Endungen .html oder .htm, erfolgt die Ausgabe im HTML-Format, sonst im reinen Textformat. Das voreingestellte Ziel hängt vom Benutzer, der das xlicense-Programm ausführt, ab: /var/opt/XSOXlicense/logs/xlicense-Benutzername.log.

Mit den Argumenten

-logTypes {[+|-]checkInCheckOuts|[+|-]denials|[+|-]warnings|[+|-]hints}...

wird die Art von Ausgaben konfiguriert:

checkInCheckOuts berichtet über die Verwendung einzelner Lizenzen.

denials berichtet über die Abweisung von Lizenzanfragen.

warnings bewirkt die Ausgabe von Warnmeldungen.

hints gibt zusätzliche Informationen aus.

Neben Fehlermeldungen, die immer ausgegeben werden, sind denials und warnings voreingestellt.

Die restlichen Konfigurationsargumente sind nur bei zentraler Lizenzierung (Zentrale Lizenzierung) sinnvoll.

Die Argumente

-owner Benutzer:Gruppe

spezifizieren den Benutzer, für den der Lizenzserver gestartet werden soll, und seine Gruppe. Dies ist nur notwendig, wenn ein spezieller Benutzer zur Lizenzverwaltung eingerichtet wurde.

Das Argument

-slave

erhöht die Wahrscheinlichkeit, daß der gestartete Lizenzserver Slave (Master und Slave) wird. Werden weitere Lizenzserver ohne dieses Argument gestartet, wird jedenfalls einer von diesen Master. Dies ist nur in Ausnahmefällen nötig, da die Lizenzserver selbst einen Master bestimmen können.

Das Argument

-sync IP-Adresse|Netzwerkname|Hostname...

läßt mehrere Lizenzserver sich über (Sub-)netzgrenzen hinweg synchronisieren. Ein Argument spezifiziert ein Netwerk durch die Adresse oder den Namen des Netzwerks oder eines Computers in dem Netzwerk.

Das Argument

-webPort Portnummer

spezifiziert die Portnummer, unter der das Web-Interface (Web-Interface) des Lizenzservers ansprechbar ist. Die voreingestellte Portnummer 0 schaltet das Web-Interface ab.

Start

Der Lizenzserver wird mit dem Kommando

/opt/XSOXlicense/bin/xlicense [Lizenzverzeichnis]

manuell gestartet. Als Lizenzverzeichnis ist /etc/opt/XSOXlicense/licenses voreingestellt.

Für einen sicheren Betrieb sollte der Lizenzserver jedoch automatisch beim Hochfahren des Computers gestartet werden. Dies geschieht am einfachsten über die Systemdatei /etc/inittab, für deren Modifikation Sie die Zugriffsrechte des Superusers root benötigen.

Ergänzen Sie die Datei /etc/inittab durch die folgende Zeile:

XLS:2345:respawn:/opt/XSOXlicense/bin/xlicense

Damit die Änderung wirksam wird, führen Sie anschließend das Kommando

init q

aus.

Web-Interface

Das Web-Interface des Lizenzservers kann mit einem beliebigen Web-Browser unter der URL-Adresse

http://Hostname:Portnummer

angesprochen werden. Hostname bezeichnet einen Computer, der einen Lizenzserver — Master oder Slave — ausführt. Die Portnummer kann konfiguriert werden (Konfiguration). Zum autorisierten Zugriff auf das Web-Interface werden der Login-Name und das Paßwort des Benutzers, der den aktuellen Master-Lizenzserver ausführt, benötigt.

Das Web-Interface zeigt den momentanen Zustand — alle 60 Sekunden automatisch aktualisiert — aller Lizenzserver im Netzwerk an, verdichtet und sortiert nach

den Lizenzschlüsseln im oberen Teil

und den Lizenzservern und Lizenzverzeichnissen im unteren Teil.

Zu jedem Lizenzschlüssel werden angegeben:

die Namen der Computer, deren Lizenzserver den Lizenzschlüssel kontrollieren; jeder Hostname ist zu der entsprechenden Lizenzdatei verlinkt;

jeder Benutzer des Schlüssels, sein Klarname soweit bekannt, der Hostname seines Computers sowie der Zeitraum der Nutzung;

Beschränkungen hinsichtlich Anzahl und Zeit.

Für jedes Lizenzverzeichnis werden angezeigt:

der Hostname des Computers, der das Lizenzverzeichnis speichert;

ein Link zur Logdatei, sofern konfiguriert;

die Zeitspanne, die seit Start des Lizenzservers verstrichen ist;

die Namen aller Lizenzdateien des Verzeichnisses.

Jeder Lizenzdatei sind drei Links zugeordnet, die eine von drei Aktionen auslösen:

Der erste Link zeigt die Lizenzdatei an.

"Distribute" läßt den entsprechenden Lizenzserver die Lizenzdatei an alle anderen Lizenzserver senden, die sie in ihren jeweiligen Lizenzverzeichnissen speichern.

"Remove" löscht die Lizenzdatei aus dem Lizenzverzeichnis unwiderruflich.

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